30 April-Tipps
...zum schmachten, hören, essen, lesen, tun und lassen
Liebe*r,
ich hab meine Tageslichtlampe weggepackt, wache mittlerweile eh vom IRL Tageslicht auf und, ich versuch’s mal neutral zu formulieren, gewisse Frühlingsgefühle machen sich breit. Die Spargel-Saison ist zwar noch nicht eröffnet, aber macht ja nix, es gibt auch so genug zu tun und daher von mir mal wieder 30 Tipps für den nächsten Monat.
essen und trinken
Meine Suchmaschine übersetzt “Hot Cross Bun” mit “Heißwecke”. Ich mag den Namen, würde ihn aber nicht unbedingt für ein Gebäckstück verwenden. Naja, egal, “Hot Cross Buns” sind auf jeden Fall glasierte Hefeweckchen, die in England traditionell zu Karfreitag gegessen werden. Sehr lecker. Und wenn eh schon Ostern ist, kann man ja auch mal bisschen zeitintensiver vor sich hinbacken. Hier ein gutes Rezept.
Lara Fritzsche hat neulich über über ihren Alkohol(nicht-)Konsum geschrieben und ich muss sagen: mir geht es GENAUSO. Ich hab irgendwie letzten Sommer aufgehört und seitdem mal einen Marillenschnaps auf einer Hütte, ein halbes Glas Wein und einen Cynar Sprizz getrunken. Dabei wollte ich gar nicht per se und für immer aufhören. Aber jedes Mal, wenn ich denke, ach, du könntest mal wieder trinken, denke ich auch: oder auch nicht. FALLS ich aber dann doch mal Lust haben sollte, würde ich eigentlich nur ein Getränk wollen. Champagner. Terribly bougie of me, I know, aber what can you do.
schmachten
Meine Mitbewohnerin und ich haben neulich über unsere jeweilige Definition von “tomatenrot” gesprochen: Jasmin meint “mit Orangestich”, ich meine “so wie Heinz-Ketchup”. Wir waren uns aber immerhin einig, dass Tomatenrot DIE neue Farbe ist, und ich hab mir für 5,50 Euro eine (gebrauchte) rote Jacke gekauft. Auch schön wären dieses rote Hemd, diese Jacke oder diese Jacke (leider deutlich teurer als 5,50).
hören
Die englische Journalistin und Autorin Poorna Bell hat ein Buch über das Älter werden geschrieben. Ich kenne Poorna persönlich (einseitig), da sie - vor zig Jahren - Entertainment Chefin bei der HuffPost UK war und ich bei der HuffPost mein Volontariat gemacht habe. Einmal war sie zu Besuch bei uns in der Redaktion, ich fand sie sehr beeindruckend und dann hörte ich kurze Zeit später, dass ihr Mann gestorben war. Poorna schrieb über seinen Tod und ihre Trauer, und dieser Text hat mir damals - und tut es heute noch - die Socken ausgezogen.
Irgendwie ist mir Poorna durch diesen Text wichtig geworden, und ich schaue immer, was sie macht, was sie schreibt. Sie hat schon übers Gewichtheben geschrieben und jetzt, in ihrem neuesten Buch, übers Älterwerden. Das Buch habe ich noch nicht gelesen, aber in diesem Podcast kriegt man schon mal einen Eindruck:
Ich höre ziemlich wenig Musik. Auch, weil ich mit Musik nicht arbeiten kann. Aber wenn ich einfach nur unkonzentriert rumdödele, höre ich am liebsten Jazz. Diese Playlist zum Beispiel:
sehen
Die New York Times hat eine Liste mit den denkwürdigsten Essensszenen aus Filmen zusammengestellt. Hier. Viele sind schön, diese besonders rührend (ab Sek 0:44)
Ich stehe in den Startlöchern zu mehreren Kinofilmen, die im nächsten Monat rauskommen und die ich unbedingt auf großer Leinwand sehen will. In “The Drama” erzählt sich ein Paar vor seiner Hochzeit das jeweils Schlimmste, was sie jemals gemacht haben und das ist im Fall der Braut offensichtlich so schlimm, dass man es vermutlich sehen muss. “Nouvelle Vague” von Richard Linklater erzählt die Entstehungsgeschichte eines Godard-Films - hier der Trailer.
Und The Devil Wears Prada II, da muss ich nichts zu sagen. Ist gesetzt. Vorher möchte ich allerdings auch noch einen Rewatch des ersten Teiles unterbringen.
lesen
Apropos “essen”: in Oliwia Hälterleins Debütroman “Wir Töchter” wird auch viel gegessen, viel von Essen geschrieben, viel Essen zubereitet. Dabei geht es gar nicht vordergründig um Essen, sondern um Großmütter, Mütter und Töchter, bzw. einfach um Töchter - denn das sind sie schließlich alle. Hälterlein erzählt von drei Generationen (polnischer) Frauen, in Polen und in Westdeutschland, und ich habe mich ein bisschen geärgert, dass ich den Roman so schnell gelesen habe, weil ich ihn eigentlich viel mehr hätte auskosten sollen. Ein ganz, ganz tolles Buch. Riesenempfehlung. Und Oliwia ist auch noch auf Lesetour, vielleicht bei euch in der Nähe.
Anika Landsteiner hat einen neuen Roman geschrieben. Er hat den schön ambivalenten Titel “Träume aus Salz” und liegt bei mir ganz oben auf dem Lesestapel. Wenn ich ihn gelesen habe, mehr dazu, aber dass sich die Lektüre lohnt, da bin ich jetzt schon sicher.
Und über dieses Gedicht denke ich jetzt schon länger nach.
fragen
Was in dir wird gerade wach?
Was wäre im April eine Form von Luxus für dich?
Was ist dein liebstes Comfort Food?
Ist essen eine love language für dich?
Was hast du von einer Großmutter geerbt?
Und was von deiner Mutter?
Was möchtest du gerne vererben?
Was hast du dir selbst beigebracht, das dir niemand vererbt hat?
tun und lassen
tun: Pflanzen gießen und Blumen kaufen
lassen: aufräumen. Mein Zimmer ist absolutes Chaos. Neulich dachte ich: Ach, ich müsste echt mal was dagegen tun. Dann dachte ich: Warum eigentlich. Jetzt geht’s mir besser.
Ich bin nächste Woche auf Töchtermission unterwegs, erst in Prag, dann Wien und mache daher eine kleine Pause. In zwei Wochen melde ich mich wieder!
Bis dahin! <3
Deine Gunda
Wer hier schreibt:
Mein Name ist Gunda Windmüller, ich bin Journalistin und Autorin.
Ich schreibe hauptsächlich über Frauen und Körper und Macht. Im Rowohlt Verlag sind meine Bücher “Weiblich, ledig, glücklich - sucht nicht” und “Yoga - wie es wurde, was es ist. Kulturgeschichte eines globalen Phänomens” erschienen, im November 2026 erscheint “Die Erfindung der Tochter”. Meine journalistischen Texte erschienen bei Zeit Online, Welt, Der Feinschmecker.
Gemeinsam mit Katja Berlin habe ich zwei Jahre lang den Podcast “Fix&Vierzig” für Frauen ab 40 und alle, die es werden wollen, gehostet.
Ich komme aus Köln, lebe in Berlin und liebe Gewichtheben.
(Und Berge und Zimt und Ranunkeln.)



